20180201 Krah

»Wir haben es in der Hand, es zu drehen!«

Vortrag mit Maximilian Krah und Torsten Voss: Was bringt uns die Große Koalition?

Ins Coselpalais hatten am Donnerstag, 1. Februar 2018, Dr. Maximilian Krah und Dr. Torsten Voss geladen. Für die recht kurzfristig anberaumte Veranstaltung waren auch recht viele Plätze besetzt. Zunächst füllten Olga Gollej (Flügel) und Matthias Moosdorf (Cello) den feinen Pianosaal mit starken Akkorden und gaben so dem Folgenden einen feierlichen Rahmen. Die musikalischen Beiträge der beiden Virtuosen drückten auf ihre eigene Art und Weise die tiefe Verbundenheit der beiden Vortragenden zur sächsischen Kultur und zur bürgerlichen Lebensart aus. Aus dieser Verwurzelung heraus und als Ausdruck ihres bürgerschaftlichen Engagements formulieren Maximilian Krah und Torsten Voss ihre politische Kritik. Denn beide stehen mitten im gesellschaftlichen, auch internationalen Leben und überschauen die Verlustbilanz deutscher Altparteienpolitik mit Wachheit und Klarheit. Sie wollen ihre tiefe Besorgnis über den politischen und ökonomischen Absturz Deutschlands, den sie mit vielen Zahlen und Fakten belegen, anderen mitteilen. So betrachtet verging dann nach dem konzertanten Beginn den konzentriert lauschenden Besuchern das Hören und Sehen.

Maximilian Krah und Torsten Voss haben viele Daten gesammelt und Politikfeldern zugeordnet und trugen zu vielen Folien abwechselnd vor. Welcher Bereich auch immer betrachtet wird – Reallohn-Entwicklung, Vermögensverteilung, Steuerlast – im Vortrag wurde deutlich, dass die Leistungsträger dieses Landes unter dem im internationalen Vergleich am ungeniertesten zugreifenden Staat leiden. Zudem führt die Massenmigration zu kolossalen finanziellen Belastungen und zu „galoppierender Kriminalität“. Statt 520 Mrd. Euro bis 2025 für die „Energiewende“ auszugeben und sich um „globale Probleme“ zu kümmern, sollte die Politik wieder ihrer sittlichen Verantwortung nachkommen und dem Steuerbürger als Gegenleistung wieder die nötige Sicherheit im Lande bieten. Maximilian Krah und Torsten Voss erörterten anhand der Sondierungsergebnisse die in Aussicht gestellten politischen Vorhaben von Union und SPD für die nächsten vier Jahre. Allein schon die Target2-Salden von fast einer Billion Euro stellen bei der Instabilität der Eurozone ein gravierendes Problem dar, das sich aber in keiner Weise in den Koalitionsgesprächen niederschlägt.

Das Publikum bestand aus aufgeklärten und aufgewachten Bürgern, denen die Materie des Vortrags nicht fremd war. Doch wurde mancher während der Parade deprimierender Daten noch stiller. Tapfer mühten sich deshalb Maximilian Krah und Torsten Voss, zum Ende der zweistündigen Fakten-Revue noch etwas Zuversicht aufkommen zu lassen. „Optimismus ist Pflicht!“, wurde Václav Klaus zitiert. Bezogen auf Ernst Jünger meinten Krah und Voss: „Auf uns kommt es an.“

Trotz fortgeschrittener Stunde konnten noch einige Fragen gestellt und Antworten gegeben werden. Die versammelten Hörer waren wohl in der Mehrzahl beeindruckt und schlossen sich dem Wunsch der Referenten an, die schlechteste Regierung Sachsens seit 1990 bei der Landtagswahl 2019 loszuwerden und damit ein Beispiel für Deutschland zu geben: „Es sieht schlecht aus, aber wir haben es in der Hand, es zu drehen!“

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und wird demnächst über Facebook-Seiten wie z. B. „Schicksalswahl 2017“ abzurufen sein. (rs)