r3 Mein Standpunkt

Die Berichterstattung über Chemnitz

Von Karla Lehmann

Die psychologische Kriegsführung (PSK), von den Briten erfunden, kommt auf leisen Sohlen und von vielen unentdeckt daher. Während sie in früheren Zeiten zur Kampfoptimierung zwischen verschiedenen Staaten eingesetzt wurde, hat sie in jüngster Zeit innerstaatlichen Boden erobert. Das „gelenkte Denken“ hat über den Hebel der Mainstream-Medien und millionenschwerer staatlicher Förderprogramme in weiten Kreisen der Bevölkerung Erfolge gezeitigt, doch nicht bei allen.

Ein Lehrbeispiel hierzu bietet die Berichterstattung über die aktuellen Ereignisse in Chemnitz unter dem Motto „ Es gibt ihn wieder, den braunen Sachsen-Sumpf“ (1.: Feindbild schaffen) und die sich daraus ergebenden Konsequenzen (2.). Medien, wie auch Regierende, fokussierten ihre Kommentare nicht auf die Betroffenheit der Bevölkerung über das verabscheuungs-würdige Ereignis, die heimtückische Ermordung eines deutschen Staatsbürgers aus niederen Beweggründen (Raub von Geld nach Abheben aus dem Automaten, soweit bekannt) und das Einstechen der asylsuchenden Täter auf zwei zu Hilfe Eilende, die dabei zum Teil schwer verletzt wurden. Nein, sie berichteten ausschließlich und undifferenziert über „Jagd auf Menschen“, „Lynch-Justiz“, Übergriffe auf Migranten und Ähnliches – alles Fake News, die geeignet sind, gezielt die öffentliche Meinung zu manipulieren. In der Folge wuchs die Empörung über die „fremdenfeindlichen Chemnitzer“ nicht nur exponentiell im Inland, sondern verbreitete sich auch in Windeseile um den Globus. Die New York Times berichtete am 30. August 2018: wehende Deutschlandfahnen und der Mob mit Zeigen des Nazi-Grußes haben die Straßen von Chemnitz erobert. Die AfD, der man wachsende Bedeutung im Bundestag testierte, wird mit Gewalttätern, gewaltbereiten Hooligans und Neo-Nazis in einen Topf geworfen, um ihre Skandalisierung weiter zu verstärken. Gewalttäter aus dem rechten wie linken Milieu wurden jedoch weder identifiziert noch verfolgt! Die Frage drängt sich unweigerlich auf, weshalb wurde den Falschmeldungen der Weg geebnet? War das ein Versuch, einen Ausnahmezustand heraufzubeschwören? Merkwürdige Katastrophenszenarien und Alarmkonstellationen der jüngsten Zeit lassen aufmerken.

Mit einem eilig organisierten gratis Party-Event am 3. September 2018 feierten zig-Tausende, aus der ganzen Republik herangekarrte, überwiegend jugendliche Fans ihre Rap-und Rock-Bands. Das lautstarke vielbemühte „Zeichensetzen“ verhöhnte damit nicht nur die Opfer brutaler, bisher in Art und Ausmaß nichtgekannter Gewalt, sondern auch die zahllosen besorgten Bürger. Die erfundene „Menschenjagd“ gab den Rednern Anlaß zu Hasstiraden und zur Aufwiegelung gegen die vermeintlich „fremdenfeindlichen Anderen“. Ohne es zu bemerken, trugen sie damit zur Verbreiterung des Grabens in unserer Gesellschaft bei. Zuhören, Analysieren und Verständnis haben, das gehört leider nicht zum Repertoire selbstherrlicher Mehrheitsverkünder.

Anlaß zum Nachdenken gibt auch die Tatsache, dass der friedliche Trauermarsch der AfD mit ca. 8000 Beteiligten am 1. September 2018 beendet werden mußte, weil die Polizei nicht in der Lage war, den Trauermarsch abzusichern und die Blockaden des geplanten Weges zu beseitigen. Es drängt sich die Frage auf, wurden Passivität und Verzögerungstaktik der mit allen Mitteln ausgerüsteten Polizei etwa angeordnet? Die Geschichte wird die Wahrheit eines Tages darüber an den Tag bringen.

Am 5. September 2018 endlich dementierte Ministerpräsident Kretschmer die Falschmeldungen und übte Kritik – man höre und staune- an der Presse! Ob seine Äußerung „Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome!“ im Nachhinein noch Gehör und Verbreitung findet, wäre wünschenswert, erscheint jedoch eher als unrealistisch. Das Ziel in Chemnitz – Beschwichtigung der Bevölkerung durch Druckablassen – ist erstmal erreicht. Von der antidemokratischen Grundeinstellung wird jedoch kein Schritt zurückgewichen, wie seine Breitseite gegen die AfD zeigt: die AfD sei „für die Spaltung in unserem Land zu einem großen Teil verantwortlich“ und „Einer Alternative von Deutschland werden wir uns alle entgegenstellen!“

Am Abend des 5. September 2018 dann der Rückruf vom Rückruf durch die Kanzlerin, wodurch man wieder am Beginn der gefakten Berichterstattung zur Chemnitzer Tragödie anlangt. Geht es noch plumper?

Dr. Karla Lehmann ist Mitglied des AfD-Kreisverbands Dresden.