r3 Mein Standpunkt

Schöne neue Welt!

Von Karla Lehmann

Deutschland taumelt zukünftigen Jahren entgegen, begleitet von einer Regierung, die blind und taub ist gegenüber dem, was ein Großteil ihrer Bevölkerung bewegt.

Unsere Gesellschaft ist gespalten wie schon lange nicht mehr in jene, denen Werte, Identität und Nation noch etwas bedeuten und jene, denen diese als überholt und nicht mehr zeitgemäß, längst abhandengekommen sind. Das jahrtausendalte germanische Rechts- und Gemeinschaftsverständnis, wie auch die von der Aufklärung geprägten preußischen Tugenden genießen keinerlei Erinnerungswürdigkeit noch Wertschätzung mehr. Der Bedeutungsverlust des Christentums in der heutigen Gesellschaft beschleunigt den Prozeß des Werteverfalls. Neue Werte-Kreationen beflügeln den Mainstream.

Die Lippenbekenntnisse „bunt“ (avancierte von einer nicht in jedem Fall positiv besetzten Farbenvielfalt innerhalb kürzester Zeit zum eindeutig positiv besetzten Politikstereotyp für alles und jeden) und „offen“ bzw. „weltoffen“ (was auch immer das bedeuten mag; es läßt jedenfalls Toleranz in den Hintergrund treten, wenn nicht vergessen), ein Verlust an Vorbildern, denen es lohnt, nachzueifern, Verantwortungs- und Hirnlosigkeit – das ist in postfaktischen Zeiten offensichtlich erwünscht. Konsumabhängigkeit, Ausnutzung des Sozialstaates und private wie auch staatliche Schuldenmacherei fördern ganz unbemerkt bei den Inanspruchnehmenden einen Zustand, den man glaubte, spätestens seit 1789 überwunden zu haben, nämlich Abhängigkeit und Unfreiheit.

Naturgegebenheiten werden annulliert oder ins Gegenteil verwandelt, Ungleiches wird dem Egalitarismus geopfert mit den Resultaten: Motivationseinbuße bis hin zur sogen. „null bock-Mentalität“, Leistungsabfall und -verweigerung, Langeweile, Eintönigkeit und Verlust ehemals als kulturell positiv bewerteter Ansprüche. Eine Bevölkerung, die darüber weder aufgeklärt wird noch nachdenkt, sich mit Ganztags-Smartphonspielereien oder einem „wohlverdienten Joint“ aus dem real existierenden Leben ausklinkt, dem Motto „mit der Zeit gehen“ folgend und ehemals geschätzter Prinzipien und tradierter Moral verlustig gegangen, ist leicht durch einfache Parolen zu befriedigen, durch noch mehr Angebote, durch noch stärkere Individualisierung und Frönen von Hedonismus. Sie wird dadurch manipulier- und indoktrinierbar, darüber hinaus anfällig gegen Populismus jeglicher Art. Sie räsoniert nicht einmal mehr, wenn sie um die Früchte ihres Handelns betrogen wird. Das scheint ganz im Sinne einer sich immer stärker herauskristallisierenden, getriebenen autoritären Elite zu sein, die für Deutschland keine Zukunft avisiert, sondern aktuelle Geschehnisse oder Notstände im Alleingang reaktiv zu bewältigen versucht. Die an Nachbarn und die ganze übrige Welt gerichteten Allmachts-Appelle (besser wäre, sich in Bescheidenheit zurückzuhalten!) zur Einhaltung demokratischer Verhältnisse inklusive Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde geraten gegenüber dem eigenen Volk ins Vergessen.

Braver Nachläufer ist der verhätschelte Mainstream; wertkonservative Kritiker hingegen werden in breitest möglicher Front verbal dämonisiert und physisch, meist straflos, attackiert, bis sie im Endeffekt freiwillig ihr Heimatland verlassen – hatten wir das nicht schon mal?

Trotz wohlgemeinter Gutmensch-Forderungen, wie Toleranz, Hilfsbereitschaft, inklusive Gesellschaft etc., nehmen in ganz Deutschland Respekt-, Disziplin-und Motivationslosigkeit, sowie Intoleranz, Mobbing, Verrohung und Gewaltbereitschaft selbst gegen Ordnungshüter und Rettungskräfte dramatisch zu.

Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Sind diese Symptome einer kranken Gesellschaft Folgen oder Ursachen politischer Fehlentwicklungen? Sowohl als auch! Vieles scheint mit der nicht in den Griff zu bekommenden illegalen Massenzuwanderung aus fernen Kulturen sowie mit der seit Jahrzehnten schleichenden Islamisierung verknüpft zu sein, anderes mit dem von den 68gern initiierten Umschwung und dem daraus resultierenden grün-roten Mainstream. Zahlreiche Intellektuelle haben zwar fundierte Analysen gesellschaftlicher Trends verfaßt, fanden jedoch kein offenes Ohr. Erfahrungen und Traditionen der Deutschen aus der ehemaligen DDR und des nicht unerheblichen Anteils der Auslandsdeutschen blieben bisher völlig unberücksichtigt. Jedenfalls sind wir von einer ausgewogenen aktuellen Analyse dieser Zustände und Tatsachen sowie daraus abzuleitender Schlußfolgerungen weit entfernt. Es wäre lohnenswert, dies schnellstmöglich nachzuholen, um den Riß in der Gesellschaft nicht noch größer werden zu lassen.

Dr. Karla Lehmann ist Mitglied des AfD-Kreisverbands Dresden.