r3 Mein Standpunkt

Peinlich, peinlicher, CSU.

Von Maximilian Krah

»Die AfD muss eine Art bundesweite CSU werden« höre ich gelegentlich von wohlmeinenden bürgerlichen Freunden. Meine Antwort ist immer dieselbe: Bitte nicht!

Es gibt wohl keine Partei in Deutschland, die bemitleidenswerter wäre als die CSU. Denn sie erkannte ja 2015 korrekt, was Merkels Politik der offenen Grenzen bedeutet: eine grundlegende Umwandlung Deutschlands zum Schlechten, eine Erosion all dessen, was die CSU trägt, das Ende von Frieden und Wohlstand. Und was haben Seehofer, Söder & Co. getan? Nichts, von ein paar wohlfeilen Parolen abgesehen!

Seehofer hätte im Herbst 2015 die Koalition in Berlin verlassen können – dann wäre Merkel weg und die Grenzen geschlossen gewesen. Stattdessen sitzt er heute als Schoßhund der Masseneinwanderungskanzlerin in seinem Berliner »Heimatmuseum«. Aber auch der Schoßhund will Wau-wau machen: »Der Islam gehört nicht zu Deutschland«.

Es dauerte keinen Tag, da hatte Frauchen schon widersprochen und den bayerischen Bettvorleger in die Schranken verwiesen. Die CSU erkennt zwar, was Merkel anrichtet, aber sie hat nicht den Mut, dagegen anzukämpfen, erst recht nicht die Stärke, es zu stoppen. Also macht sie mit: als bajuwarischer Kostümverein, jedes inhaltlichen Kerns beraubt, aber mit großem barocken Getöse.

Franz Josef Strauß hat mit dieser CSU so wenig zu tun wie Konrad Adenauer mit der heutigen CDU. Er würde sie bekämpfen und AfD wählen – der vor allem eins zu wünschen ist: nie zu einer bundesweiten CSU zu werden!

Dr. Maximilian Krah ist Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied der CDU. Seit 2016 engagiert er sich im AfD-Kreisverband Dresden.
Quelle: Deutschland-Kurier vom 27. März 2018
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