Mit der Energiewende das Klima retten?
Michael Limburg sagt Nein und trägt dafür überzeugende Argumente vor
Kann man akzeptieren, dass eine der bedeutendsten Industrienationen sich ein Billionen-Grab schaufelt und im Gegenzug die „Erderwärmung“ um mikroskopische 0,004 Grad Celsius verringert? Gegen dieses krasse Mißverhältnis erhebt die Anhängerschaft des Klimaskeptizismus ihre Stimme, so auch Dipl.-Ing. Michael Limburg. Auf Einladung des Landesfachausschuss 10 und des KV Dresden hatte Limburg seine Argumente im Vortrag „Kann die Energiewende unser Klima retten?“ gebündelt. Limburg wurde auch als Vizepräsident des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE) und Autor verschiedener Fachbücher (aktuell erschienen: „Strom ist nicht gleich Strom“) vorgestellt.
Etwa 65 AfDler, darunter mehrere Landtagsabgeordnete, und Gäste waren am 7. Oktober 2016 in den gediegenen Saal in Niedersedlitz gekommen. Die Zustimmung zu Limburgs Sicht war einhellig, entspricht sie doch auch dem Parteiprogramm, an dem er mitgewirkt hat. Deshalb kam auch gleich von Limburg, wie auch in der Programm-Passage, die Klarstellung: das Klima wandelt sich, seit die Erde eine Atmosphäre hat. Kein Skeptiker bezweifelt die naturwissenschaftliche Tatsache, dass es einen Klimawandel gibt. Nur die unqualifizierte mediale Aufbereitung sorgt für die platte Diffamierung, die Skeptiker würden den Klimawandel „leugnen“. Nein, der wissenschaftliche Streit geht nur darum, ob der menschengemachte Einfluß durch die Kohlendioxidemissionen nicht vorhanden oder geringfügig ist. Allen weitergehenden Spekulationen (und das sind auch die durch das IPCC propagierten Computermodelle) erteilte Limburg anhand vieler Grafiken und Belege eine klare Absage: die befürchtete Überhitzung der „Globaltemperatur“ ist nicht zu befürchten. Auch wenn Deutschland jährlich 2 Milliarden Euro für die offizielle Klimaforschung ausgibt – Kohlendioxid ist kein Gift, sondern Pflanzennahrung, es sorgt für eine in Steppenregionen ergrünende Erde und höhere Ernten.
Auch die befürchtete Endlichkeit der Rohstoffe verwies Limburg ins Reich der Mythen. Seine Anekdote vom Brockhaus-Lexikon hatten Kenner seiner Vortrags-Videos schon mal gehört; er konnte aber wieder seine Zuhörer fesseln: unter „E“ wie Erdöl stand schon in der Druckausgabe von 1932  „Reichweite: 40 Jahre“. Auch wenn der Club of Rome in letzter Zeit den Mythos vom Ende der Rohstoffe wiederholt: es braucht weder 1932, noch 1973 noch heute jemand Angst zu haben – im Gegenteil: die Ölreserven steigen, und der gegenwärtig niedrige Ölpreis rechtfertigt keine Panik. Auch Kohle, Erdgas, Uran reichen Tausende, wenn nicht gar Hunderttausende Jahre.
Ausführlich kam dann Michael Limburg auf die scheiternde und kostentreibende „Energiewende“ zu sprechen. Deutschland benötigt pro Tag etwa 1,64 Terawattstunden (TWh) elektrischen Strom. Die Flatterhaftigkeit des Wind- und Solarstroms erfordert zwangsweise eine Speicherung, aber solche Speicher sind in der erforderlichen Kapazität utopisch. Das größte Pumpspeicherwerk – um nur die Speichertechnik mit einigermaßen vertretbarem Wirkungsgrad zu nennen – hat eine Kapazität von 0,008 TWh, man benötigt also über 2.000 mal Goldisthal. Keine Chance, finanziell und topografisch. Auch wenn die grüne Öko-Utopie fortgesetzt wird, kann man nicht auf die herkömmliche Kraftwerkstechnik verzichten. Kohle sichert die Versorgung, der „Geisterstrom“ (BILD) aus Wind und Sonne destabilisiert die Netze, kostet Unsummen und wird mangels Speicherung kein Grundlastkraftwerk ersetzen.
Mit der Pariser Klimakonferenz von 2015 hat sich die deutsche Regierung verpflichtet, den Plan einer völligen Dekarbonisierung unseres gesamten Lebens umzusetzen. Limburg betonte: „Wir sind nicht technik- oder fortschrittsfeindlich.“ Er sprach sich aber dafür aus, das Zwangssystem im Energiebereich schnellstens zu beenden, und er warnte vor dem politisch forcierten Niedergang von Industrie und Wohlstand. Zahlreiche Zitate auf seinen Vortragsfolien stellen die sozialistische Grundierung von maßgeblichen Öko-Einpeitschern dar.
Der Vortrag hielt auch für Kenner der Materie noch Neues und Überraschendes bereit. So griff Limburg einen Begriff zur (unsinnigen) Gebäude-Wärmedämmung aus der FAZ auf: „burkaisieren“. Es entspann sich nach anderthalb Stunden Vortrag eine lebhafte Diskussion, so dass sich die Hörer mit konkreten Argumenten versorgt und gut orientiert fühlten.
Auch das Resumee des LFA 10 zum Jahresausklang 2016 lässt sich sehen. Das kleine Budget wurde ausgeschöpft und damit zwei hochkarätige Vorträge organisiert (Dr. Peter Heller; Michael Limburg). Man kann anderen LFA nur wünschen, dass sie ebenso ertragreiche (zumindest innerparteiliche) Bildungsarbeit anregen.
Ralf Schutt, Stellv. Leiter LFA 10
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Fotos GHvH