r3 Mein Standpunkt

Von Gecken und Arbeitern

Von Maximilian Krah

Typisch für deutsche Politiker, ihre Gehilfen (»Journalisten«) und Claqueure ist die Abneigung gegenüber dem Volk. So schrieb mir ein betont eliten-affiner Bekannter aus München über sächsische AfD-Wähler: »Bin ich wirklich überheblich, wenn ich sage, dass diese Leute nichts mit uns zu tun haben? Wo sind die denn besser als die Flüchtlinge?«

Die Einstellung, dass »diese Leute nichts mit uns zu tun haben«, überrascht mich nicht. Aber: »Diese Leute« wissen umgekehrt auch, dass die »Eliten« nichts mit ihnen zu tun haben wollen. In nahezu allen westlichen Ländern haben die Oberen die Solidarität mit den eigenen Mittel- und Unterschichten aufgekündigt – und deshalb brauchen sie auch umgekehrt keine Rücksicht oder gar Respekt mehr zu erwarten.

Funktionierende Demokratie setzt immer ein Kollektiv voraus: das Volk.

Das Volk ist geeint durch ein Zusammengehörigkeitsgefühl über Wohlstands- und Bildungsgrenzen hinweg. Ohne diese gemeinsame Identität gibt es keine Gesellschaft mehr, nur Gegeneinander.

In einer Demokratie hat aber der vergessene Arbeiter in Sachsen die selbe Stimme wie der eitle Schickeria-Angehörige in München: genau eine. Und weil es mehr Arbeiter als Gecken gibt, zieht am Ende die Schickeria den Kürzeren.

Dr. Maximilian Krah ist Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied der CDU. Seit 2016 engagiert er sich im AfD-Kreisverband Dresden.
Quelle: Deutschland-Kurier vom 6. Dezember 2017
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