Peter Boehringer in Dresden

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Am Abend des 19.04. hat der Kreisverband Dresden zusammen mit dem AfD-Mittelstandsforum, Landesverband Sachsen, zu einer Vortragsveranstaltung mit dem bayerischen AfD-Mitglied Peter Boehringer eingeladen. Das Thema lautete “Gutes Geld für freie Menschen”. Der Einladung folgten rund 100 AfDler und Gäste. Dem sachkundigen Vortrag von Peter Boehringer, der auch stellvertretender Leiter des Bundesfachausschusses 2 “Euro und Währung” ist, schloss sich eine intensive Diskussion über unser Geldsystem an.
Herr Boehringer erläuterte die Grundlagen unseres Geldsystems und die Macht der Notenbanken und beschrieb ausführlich die veränderte Situation seit der Aufhebung des Goldstandards am 15. August 1971 durch US-Präsident Richard Nixon. Dieses Datum hat sich – ohne dass es die Medien damals groß gewürdigt hätten – als geldpolitische Zeitenwende herausgestellt. Denn ab diesem Zeitpunkt wurde die Golddeckung des US-Dollars als Welt-Leitwährung aufgegeben. Die Notenbanken weiteten in der Folge die Geldmenge unaufhörlich aus, ohne realen Bezug zu Sachwerten. Diese ungesunde Entwicklung hat sich in den letzten Jahren im Zuge der Finanzkrise noch erheblich beschleunigt. Im Zusammenhang mit der Abkehr von sachwertgedeckten Währungen sprach Boehringer deshalb auch vom heutigen Scheingeld bzw. Falschgeld (auf US-Dollarnote stand früher: “one silver dollar”, seit 1971: “one dollar” = Kreditgeld”). Geschichtlich betrachtet sind alle auf reinem Kreditgeld beruhenden währungspolitischen Experimente schief gegangen.
Der währungspolitische Crash bzw. Vertrauensverlust in das sog. “fiat”-Geld ist also nur eine Frage der Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland seine Goldreserven, die jetzt teilweise noch im Ausland gelagert werden, “heim” holt. Herr Boehringer hat als Hauptinitiator der Bürgerinitiative “Holt unser Gold heim” (seit 2011) erheblich dazu beigetragen, dass die Deutsche Bundesbank seit 2013 tatsächlich
signifikante Heimholungen von Staatsgold durchgeführt hat. Es ist zu hoffen, dass diese Entwicklung konsequent weitergeführt wird.
Als weitere Probleme wurden u.a. die sog. “Eurorettungspolitik”, die damit im Zusammenhang stehende Nullzinspolitik der Zentralbanken, insbesondere der EZB, verbunden mit inzwischen teilweise negativen Zinssätzen, diskutiert. Boehringer zitierte den verstorbenen Prof.Dr. Wilhelm Hankel: “Eine Währung, die ständig gerettet werden muss, ist keine Währung.” Jeden Tag bedienen sich die Notenbanken notleidender Südländer über das Target II-System aus der Druckerpresse, zu Lasten der noch solventen Geberländer, wie ein Fixer, der nicht von seiner Droge loskommt. Dazu kauft die EZB mit hohen Milliardenbeträgen Staatsanleihen notleidender Länder: verbotene Staatsfinanzierung. Die Droge heißt billiges Geld. Und wenn es immer neues billiges Geld gibt, hat der Schuldner keinen Anreiz, davon abzulassen. Im Gegenteil, Gläubiger müssen mittlerweile dafür bezahlen, dass sie den Schuldnern Geld leihen (negative Zinsen). Wer würde sich da nicht gerne weiter verschulden? Lieber komfortabel weiter verschulden als anstrengende Strukturreformen durchführen, heißt die Devise.
Eigentlich müssten die Zinssätze entsprechend der tatsächlichen Risiken, hoch verschuldeten Staaten Geld zu leihen, hoch sein. Aber die Notenbanken halten den Zins künstlich niedrig. Dieses System kann nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden. Es gefährdet außerdem in massiver Weise unsere Vermögens- und Altersvorsorge.
Zum Schluss wurde noch das Thema “Bargeldverbot” angesprochen. Wenn Sparer demnächst dafür zahlen müssen, dass sie Geld bei ihrer Bank anlegen, dann wird dies keiner mehr tun wollen und stattdessen Bargeld horten. Diese verständliche Reaktion könnte man durch ein Bargeldverbot unterbinden. Außerdem ließen sich für den Staat bequem jegliche Abgaben und Steuern auf Knopfdruck eintreiben, wenn der gesamte Geldverkehr elektronisch geregelt wäre, ein Freibrief zur Enteignung. Also: Bargeld ist Freiheit, oder wie die AfD in ihrer aktuellen Kampagne sagt: “Bargeld lacht”. Dies könnte auch ein wichtiges Thema für uns im Bundestagswahlkampf werden.

Jürgen Schulz