20180930 Jörg Urban Zum Tag der Deutschen Einheit

Unsere Opposition richtet sich nicht gegen Menschen

Von Jörg Urban MdL

Liebe Freunde, liebe Leser,

am Mittwoch feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Vor nun fast 30 Jahren sind in vielen Städten der ehemaligen DDR die Menschen für ihre Freiheit auf die Straße gegangen. Sie haben eine Gänsehautstimmung entfacht. Schnell wurde dabei aus der Parole „Wir sind das Volk“ die konkretere Losung „Wir sind ein Volk“.

Die Bilder dieser friedlichen Wende gingen um die Welt und prägen noch heute das Bewusstsein vieler Bürger. Zum Glück ist das so! Denn heute brauchen wir diesen Freiheits- und Gemeinschaftsgeist dringender denn je.

Ich kann Ihnen aber voraussagen, dass die Politiker der Altparteien in ihren diesjährigen Reden zur deutschen Einheit vor einer Spaltung unserer Gesellschaft warnen werden, für die angeblich die AfD verantwortlich sei. Das stimmt nicht. Unsere Opposition richtet sich nicht gegen Menschen. Sie richtet sich gegen eine Politik, die immer weniger im Interesse der Bürger unseres Landes ist.

Ein Volk kann nur die eigene Einigkeit und Freiheit bewahren, wenn es weitgehend homogen bleibt. Deutschland hat im Laufe seiner Geschichte viele Einwanderer aus benachbarten Kulturen aufgenommen und integriert. Aber alles hat Grenzen. Darauf weisen gerade die Ostdeutschen unermüdlich hin. Erfreulicherweise erhalten wir für diese aufrechte Haltung inzwischen viel Lob auch von unseren westdeutschen Landsleuten. Trotzdem gibt es natürlich noch viel zu tun, um die Lebensverhältnisse in Ost und West weiter anzugleichen.

Die Altparteien forcieren dagegen eine grenzenlose Individualisierung, die eine anonyme Massengesellschaft hervorbringt, die sie bürokratisch verwalten wollen. Dem halten wir eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls entgegen. In der zurückliegenden Woche haben wir uns deshalb zum einen geschlossen für die Initiative „Längeres gemeinsames Lernen“ und zum anderen für die Besserstellung von Menschen eingesetzt, die Familienangehörige mit großem Aufwand pflegen. Dies zeigt: Wir spalten nicht. Wir stärken vielmehr die Gemeinschaft mit Jung und Alt.

Die Initiative „Längeres gemeinsames Lernen“ will die Entscheidung über Gymnasium oder Oberschule erst nach der 8. Klasse treffen. Bei den Anhängern aller Parteien gibt es dafür eine deutliche Zustimmung. Insgesamt sprechen sich mehr als zwei Drittel der Eltern in Sachsen dafür aus. Diesen Auftrag nehmen wir ernst.

Wenn Kinder bereits in der vierten Klasse zum Sprung aufs Gymnasium animiert werden, erhöht dies den Druck für viele Neun- bis Zehnjährige enorm. Mit dieser übertriebenen Leistungslogik zerstören wir unbeschwerte Kindheiten. Viele Schüler merken erst später, wohin sie wollen und was sie können. Insbesondere in den fünften und sechsten Klassen haben wir ein unnötiges Wechselchaos, das vermeidbar ist.

In der Schaffung einer gesunden Aufstiegsmobilität erblicken wir daher eine wichtige Aufgabe: Es muss nicht jeder studieren. Denn 500.000 Erstsemester pro Jahr bedeuten einfach nur eine sinkende Qualität und geringere Anforderungen. Sinnvoller ist es, wenn die Mitte unserer Gesellschaft nach einer soliden Grundbildung einen Beruf erlernt, der es stets erlaubt, sich etwa über eine Meisterprüfung oder ein anschließendes Studium noch weiterzuentwickeln.

Acht Jahre gemeinsames Lernen ist die Basis für diese Aufstiegsmobilität. Durch diese Reform würde es im ländlichen Raum außerdem leichter fallen, kurze Wege zu ermöglichen. Unterstützen Sie daher diesen Vorschlag!

Gemeinschaft in jungen Jahren, Gemeinschaft in alten Jahren – das ist es, was den Zusammenhalt befördert. Ein würdevolles Altern ist allerdings nur möglich, wenn wir weg davon kommen, pflegebedürftige Menschen nur zu verwalten. Findet häusliche Pflege durch Familienangehörige, Nachbarn oder Bekannte statt, verkürzt dies die notwendige Betreuungszeit um bis zu 50 Prozent und ist noch dazu persönlicher. In den Niederlanden wird das bereits vorbildlich praktiziert und hat sogar zur Einsparung von 2 Milliarden € in der Pflegekasse geführt.

Familienangehörige, die mit viel Liebe die pflegerische Versorgung übernehmen, müssen viel besser finanziell vom Staat unterstützt werden. Aus diesem Grund haben wir ein Landespflegefördergeld als Antrag in den Sächsischen Landtag eingebracht. Es geht uns dabei nicht nur um die Ermöglichung häuslicher Pflege. Der Umgang mit kranken und älteren Menschen ist eine Sache des Anstands, Respekts und der Solidarität mit Schwachen.

Hier können Sie auf die AfD zählen. Wir lassen niemanden zurück – weder die schwächer werdende Großmutter mit drei Kindern und sieben Enkeln noch unsere Jüngsten, die den von CDU und SPD verschuldeten Lehrermangel zu spüren bekommen.

„Einigkeit und Recht und Freiheit“ – das gilt es im Alltag zu beherzigen und in der großen Politik. Nur eine bodenständige Partei wie die AfD kann das. Denken Sie bitte an diese Worte, wenn uns in den nächsten Tagen wieder „Spaltung“ vorgeworfen wird.

Bis nächsten Sonntag,
Ihr Jörg Urban